Oberliga Württemberg 2025/26 Runde 6:
SK Wernau – SVE 2,5:5,5
Die Gastgeber vom Neckar sollten uns an diesem Tag das Leben nicht allzu schwer machen, denn der SVE lag bereits mit 4:0 vorne, ehe Wernau den ersten Zähler für sich verbuchen konnte.
Einen besonders stressfreien Tag erlebte Nils Wurmbauer (4), dessen Gegner in eine uralte Eröffnungsfalle spazierte, welche ihn kompensationslos eine Figur für zwei Bauern kostete. Mit sicherer Technik fuhr Nils danach den vollen Punkt ein, doch letztlich siegte Michael Mehrer (7) noch schneller. In seinem typisch schneidigen Angriffsstil stürmte er die Position des Kontrahenten, wobei dieser die strategischen Feinheiten der Stellung offenbar nicht verstand und in eine tödliche Fesselung geriet, die ihn schon bald entscheidendes Material kosten sollte. Die Partie des Tages spielte eindeutig der genesene Dietmar Kessler (3), der in der folgenden Diagrammstellung eine sehenswerte Kombination vom Stapel ließ:

Den schwarzen Figuren mangelt es erkennbar an Koordination, doch der letzte Zug 21… Sb6-d7? ermöglichte Dietmar die nicht alltägliche Kombination 22. Sf5xh6+!! g7xh6 23. Td1xd7! mit sofortigem Gewinn. Den Nachziehenden wird das nachfolgende Schachgebot auf f6 Haus und Hof kosten, weshalb er umgehend die Segel streichen und eine Niederlage quittieren musste.
Somit sah es beim Stand von 3:0 für den SVE frühzeitig gut aus, doch erst nach einer glücklichen Fügung an Brett 2 konnte man tatsächlich aufatmen. Michael Rupp (2) stand nämlich am Rande der Niederlage und gewann dank einer vermeintlich schönen Kombination seines Gegners, die in Wirklichkeit ein dickes Loch aufwies und von Michael trotz Zeitnot erfolgreich ausgebeutet werden konnte. Zwischenzeitlich konnten die Gäste verkürzen, denn Uli Junger (8) wurde in einem passiven Aufbau schon bald überspielt, verlor ohne jede Kompensation einen Bauer und bald darauf die Partie. Es sollte noch eine Weile dauern, bis der nötige letzte halbe Zähler eingefahren werden konnte, doch Hartmut Hehn (5) geriet in einer strategisch angelegten Partie gegen einen stärkeren Gegner nie in Gefahr und hätte bei besonders akkuratem Spiel wohl sogar leichten Vorteil erlangen können – sei’s drum, denn das Remis war Gold wert. Bernd Grill (1) verleibte sich in einer riskanten Aktion einen Mehrbauer ein, musste sich am Spitzenbrett aber schon bald in Zeitnot seiner Haut erwehren und konnte in einer Mischung aus Kaltschnäuzigkeit, guter Berechnung und einer Prise Glück (eine klare Gewinnfortsetzung ließ sein Gegner aus) ein Remis in heikler Stellung sichern. Dasselbe Ergebnis erzielte auch Werner Junger (6), der zunächst in die Defensive gedrängt wurde, aber später Oberwasser bekam und dennoch mit einem Remis nach zahlreichen Abenteuern zufrieden war. Unterm Strich stand somit ein überraschend deutlicher Sieg gegen diesmal etwas indisponiert wirkende Gastgeber.
Hier das Endergebnis in der Übersicht:
| Brett | SK Wernau 1 | SV Ebersbach 1 | Brettpunkte | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Gheng, Josef | 2222 | Grill, Bernd | 2165 | ½:½ |
| 2 | Naumann, Axel | 2086 | Rupp, Michael | 2179 | 0:1 |
| 3 | Marquardt, Alexander | 2025 | Kessler, Dietmar | 2225 | 0:1 |
| 4 | Fiala, Marco | 1923 | Wurmbauer, Nils | 2060 | 0:1 |
| 5 | Gheng, Dominik | 2088 | Hehn, Hartmut | 1996 | ½:½ |
| 6 | Haas, Wilhelm | 2087 | Junger, Werner | 2018 | ½:½ |
| 7 | Gheng, Christian | 1855 | Mehrer, Michael | 2017 | 0:1 |
| 8 | Zink, Raphael Mathis | 1842 | Junger, Ulrich | 1936 | 1:0 |
| Gesamtergebnis | 2,5:5,5 | ||||
Damit hat sich der SVE zumindest aller Abstiegssorgen endgültig entledigt und kann die verbleibenden zwei Aufgaben gegen die Erste der Stuttgarter Schachfreunde und Schwäbisch Gmünd als eine Art Kür auffassen, denn derzeit grüßt der SVE sogar wieder von der Tabellenspitze, was sich nach der für den SVE nächsten spielfreien Runde aber vermutlich wieder ändern dürfte. Zunächst kann man jedoch beruhigt dem Treiben der Konkurrenz zusehen, denn am 1. März setzen wir wegen des Rückzugs von Jedesheim aus, ehe der Endspurt (22. März und 19. April) ansteht. Nach den Ergebnissen der nächsten Runde wird man klarer sehen, welche Teams im Rennen um den Aufstieg bleiben werden.
NOTABENE:
Die Beisetzung unseres langjährigen, ehemaligen Mitglieds Martin Scholl findet am Donnerstag, den 12. Februar 2026, um 15 Uhr auf dem Ebershaldenfriedhof in Esslingen statt.