Positiver Abschluss

Kreisklasse Esslingen/Göppingen 2025/26  Runde 9:
SV Ebersbach 2 – SV Altbach 1   4,5:3,5

Der Klassenerhalt war bereits gesichert, jetzt ging es nur noch darum, möglichst weit vorne zu landen, um auszuloten, was die Möglichkeiten in der nächsten Saison sein könnten. Diese sehen mit Platz 4 aus 10 in der Endtabelle sehr gut aus! Die Saison wird mit einem Sieg beschlossen, der bis zuletzt auf der Kippe stand. Zahlreiche spannende Partien mit einem Finale zum Nägel kauen.

Manuel Zöller (4) leitete aus der Eröffnung heraus eine tödliche Offensive auf den König ein – übersah aber im entscheidenden Moment das Matt in Zwei. Eine Qualität sprang zwar dabei raus, aber hinterher waren sämtliche Figuren deplatziert und die Stellung voller nicht zu verteidigender Löcher. Er ergriff die Gelegenheit, mit einem Dauerschach ins Remis zu steuern. Mit einem halben Punkt mehr von Anfang an wäre es am Ende auch nicht halb so spannend geworden.

Nikola Karacic (6) geriet im Mittelspiel auf Abwege und musste gleich zwei Bauern einbüßen. Versuchte Aktivität am Königsflügel konnte die Sache auch nicht mehr richten; mit einem Zentrum, das nur noch aus einem isolierten Doppelbauern bestand, war die Niederlage leider schon abzusehen.

Theodor Häberle (3) spielt lieber offen, wenn der Gegner das aber nicht zulässt, ist auch mal das Zentrum blockiert. Seine Figurenaktivität über die Flügel sah recht vielversprechend aus, wohl aber für ihn nicht aussichtsreich genug – das Potential wurde in ein erfolgreiches Remis umgewandelt.

Uwe Bucher (2) landete in einer ausgeglicheneren Stellung, mit vielleicht mehr Chancen auf Bauernhebel zum Durchbrechen, aber wenig Initiative, um solche Pläne umzusetzen. Beide Spieler sahen sich zweischneidigen Situationen ausgesetzt und einigten sich auf ein Unentschieden.

Jan Hoyler (1) machte seine makellose Saison-Performance an Brett 1 mit einem weiteren Sieg perfekt. Überlegene Struktur mit weit überlegenen Feldern für seine Figuren – Springervorposten im Feindeslager gegen zum Bauern degradierten Läufer – führten durch aktives Spiel und stetige Fortschritte zum überzeugenden Sieg.

2,5 Punkte in der Tasche, noch weiter 1,5 fehlten für mindestens ein Gesamt-Unentschieden. Dabei sah es an 2 der 3 verbliebenen Bretter gar nicht so gut aus.

Markus Weber (7) hatte einen Bauern gewinnen wollen, daraus wurde im Nachhinein ein Figurenopfer gegen zwei Bauern. Mit einer Figur weniger ohne Schwerfiguren sah seine Lage lange ziemlich hoffnungslos aus. Doch mit verbissener und umsichtiger Verteidigung schaffte er es irgendwie, den Durchbruch der gegnerischen zwei Läufer und des Springers zu verhindern, auf beiden Felderfarben. So kitzelte er aus der misslichen Lage doch noch einen halben Punkt heraus!

Bei Hans Leutz (5) sah es schon im Mittelspiel richtig unangenehm aus. Ein Springer saß fest verwurzelt direkt vor seinem König und die gegnerische Initiative reichte aus, auch noch einen Freibauern zu etablieren. In einer Stellung, die ansonsten recht blockiert aussah, musste Hans jede Ressource ausnutzen, um noch im Spiel zu bleiben. Das gelang ihm! Mit einem unorthodoxen Manöver beschäftigte er die gegnerischen Figuren und deckte gleichzeitig von hinten den Freibauern! Das Spiel hätte noch weitergehen können, doch mangels Optionen gab sein Gegner glatt auf.

Ein halber Punkt fehlte noch zum Sieg. Simon Groke (8) hatte seiner Gegnerin zwei Doppelbauern zugefügt und musste sich einem Angriff aller Schwerfiguren auf den König erwehren. Im Verlauf dieser Verteidigung verflogen die strukturellen Vorteile allmählich, dann ging auch noch ein Bauer verloren. Bis zum Schluss fand Simon aber immer wieder proaktive Ideen, um gegenzuhalten, und konnte nach gleichzeitiger Damenumwandlung noch das Remis einheimsen. Bis dahin ein richtiger Marathon!

Ein guter Abschluss für eine insgesamt gelungene Saison – und der Blick gen oben wird für die nächste beibehalten.

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Das Monatsblitzturnier Mai geriet zu einem Durchmarsch von Bernd Grill, der alle 7 Partien gewann. Etwas überraschend wurde Nikola Karacic Zweiter mit 6 aus 7, der sich sowohl gegen Werner Junger als auch Jan Hoyler durchsetzen konnte. Kurios dabei erscheint, dass Nikola Karacic aufgab, nachdem er gegen den Sieger versehentlich einen Turm eingestellt hatte. Der Senior hätte jedoch trotz eines Turms weniger mit zwei Springern ein Dauerschach geben können, wonach der Turniersieg wohl geteilt worden wäre.

Außerdem sei noch positiv vermerkt, dass der SK Freibauer Esslingen überraschend ein Simultanturnier gegen Großmeister Matthias Blübaum an Land ziehen konnte. Der spätestens seit dem Kandidatenturnier sehr bekannte deutsche Großmeister gab sich dabei überaus nahbar und nahm es mit 40 Gegnern gleichzeitig auf. Bei sieben Remisen unterlag er dabei nur in einer einzigen Partie, nämlich gegen unseren Routinier Dietmar Kessler. Das muss sicherlich eine tolle Erfahrung gewesen sein! Herzlichen Glückwunsch!

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