AFRO-Open Augsburg 2019 (Update 11.8.2019)

Als einziger Starter des SVE tritt unser Spitzenbrett Bernd Grill nun schon zum wiederholten Male in Augsburg an. Vor der letzten Runde hat er 4 Punkte aus 6 Partien auf dem Konto und kann morgen mit einem Sieg gegen den schwächer eingeschätzten Gegner theoretisch noch unter die Top Ten kommen.

Der bisherige Turnierverlauf (Partien folgen für Vereinsmitglieder) gleicht einer Achterbahnfahrt.
In Runde 1 ließ Bernd mit Weiß großen Vorteil aus, konnte die Partie nicht mehr gewinnen und musste sich mit einem halben Punkt begnügen.
In Runde 2 kam er mit Schwarz gut aus der Eröffnung und erlangte sogar Vorteil. Bernd fand jedoch keinen Plan und lehnte in Zeitnot trotz schlechterer Stellung die Punkteteilung ab (ein Mehrbauer hatte ihn geblendet) und stand bald darauf auf Verlust. Glücklicherweise ließ sich der Gegner ohne jede Not auf ein Blitzduell ein, ließ dabei mehrfach den Gewinn aus und verlor letztlich sogar.
Runde 3 brachte einen mühsam erkämpften, aber verdienten Sieg ein. Den winzigen Vorteil konnte der Gegner, als dieser eine suboptimale Fortsetzung wählte, bis zum Schluss nicht neutralisieren.
In Runde 4 spielte Bernd eine schlechte Partie und unterlag seinem stärkeren Gegner verdient und nahezu chancenlos – eine ernüchternde Darbietung.
Runde 5 bot das gleiche Szenario wie Runde 1: trotz klaren Vorteils sprang kein Sieg heraus. Im Gegenteil: nach einem fahrigen Zug stand Bernd sogar deutlich schlechter und offerierte Remis, was der Gegner überraschend trotz bequemen Zeitvorteils und besserer Stellung annahm. Glück gehabt!
Runde 6 führte bereits nach neun Zügen zu einer vogelwilden Stellung, die Bernd – wenn auch nicht fehlerfrei – besser als sein Gegner berechnet hatte. Die gewinnträchtige Fortsetzung ließ er in hochkomplizierter Stellung aus und vereinfachte stattdessen in eine Stellung mit einem Mehrbauer, dessen Verwertung letztlich allerdings nicht gelingen sollte. Da gab der Gegner urplötzlich und ohne jede Vorwarnung in klarer Remisstellung einfach auf!
Wenn also in der letzten Runde nochmals ein ganzer Zähler herausspringt, dann wäre das Turnier (bei sechs schwächer eingestuften Gegnern) noch halbwegs erträglich verlaufen.

UPDATE: In der letzten Runde war das Glück endgültig ausgereizt – mit Weiß erreichte Bernd nur eine ausgeglichene Stellung und verschmähte dann ein Remis durch Dauerschach zugunsten eines vermeintlich durchdringenden Angriffs. Sein junger Gegner vom SC Kirchheim/Teck fand aber trotz knapper Bedenkzeit eine geradezu diabolische Verteidigung, wonach die entstehende Stellung mit drei weißen Bauern gegen schwarze Leichtfigur die Figur klar favorisierte. Die Partie spielte Schwarz trotz sage und schreibe 250 DWZ-Punkten weniger sauber technisch nach Hause und gewann verdient. Eine vermeidbare Niederlage, aber der Gegner spielte einfach wirklich sehr gut, so dass allenfalls der Ärger über das verschmähte Remis berechtigt ist. Mit zu mageren 4 Zählern aus 7 Partien beendet Bernd das Turnier mit einer Blianz von zirka minus 20 DWZ-Punkten – kein Ruhmesblatt in der Vita!

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