Herbstopen Deizisau: Gefühlsachterbahn bis zum letzten Zug (und darüber hinaus)

Nils Wurmbauer erzielt starkes Gesamtergebnis!

[‚Int. Herbstopen‘ – Teil 2 ]

Zu Ende des ersten Teils der Berichterstattung mit dem bislang bärenstarken Auftritt unseres Mannschafts- bzw. Vereinskameraden Nils Wurmbauer wurde ja auf die zur Zeit der Veröffentlichung gerade noch laufende Partie der fünften (von sieben) Runde unseres „Überraschungsmannes“ mit dem einzigen Großmeister im Teilnehmerfeld hingewiesen und entsprechend auch ein Link zum Online-Verfolgen geteilt. Insofern wird der eine oder die andere bereits wissen, wie diese interessante Begegnung ausging, aber sicherlich werden einige auch anderes zu tun gehabt haben, so dass der Berichterstatter nochmals auf den interessantesten Moment da eingehen möchte … https://share.chessbase.com/SharedGames/share/?p=lXIHcJL6jNGDaBFxxVxyarmdMSg1/1vVZM6RdWY/t4qZKt8v6av2hwX1pJJ8b+VE

Der vordere Teil des A-Turniersaals vor Turnierbeginn; die zuvorderst Platzierten dürfen später oben spielen

Nach diesem weiteren sehr beachtlichen Partieergebnis gegen den immens erfahrenen Großmeister (mit dem unser Akteur da angesichts des geschilderten „Wackelmoments“ sicherlich noch zufriedener sein kann als der Kontrahent) war zwar die Weste nicht mehr wie zuvor gänzlich blütenweiß (naja; an sich war das betreffende Kleidungstück (siehe entsprechende Fotos) sowieso anderer Farbe und auch keine Weste), aber es reichte dennoch, nun in der Vorschlussrunde noch ein zweites Mal am prestigeträchtigen ‚Brett 1‘ Platz nehmen durfte – um, diesem Anlass angemessen, nun auch noch mit dem Setzlisten-Zweiten IM Adrian Geschnitzer (SV 1947 Walldorf) die Klingen (bzw. Figuren) kreuzen zu dürfen! Nils durfte dabei noch einmal die weißen Figuren führen (zumal er zuvor auch mal zweimal hinterher mit Schwarz zu spielen hatte)…

Beide Akteure waren wohl aufs Ganze (bzw. den ganzen Punkt) aus, denn es kam doch tatsächlich die ultrascharfe sog. ‚Bauernraub-Variante‘ in der sizilianischen ‚Naydorf-Variante‘ aufs Brett, wenngleich nicht in der allergängigsten Fassung. Schließlich ergab sich dann im Mittelspiel die folgende Stellung … https://share.chessbase.com/SharedGames/share/?p=lXIHcJL6jNGDaBFxxVxyarRW/iaBaTBhqWUr7afzRk3kaDt0WLQ9aEIxjL6MRllX

 

Naja; es wäre letztlich wohl zu schön gewesen, um wirklich Realität werden zu können, hier auch noch den zweiten Turnierfavoriten (dessen DWZ gar noch höher liegt als seine schon Respekt einflößende Elo) zur Strecke bringen zu können. Vielleicht war ja auch Schachgöttin ‚Caissa‘ höchstpersönlich tätig geworden – entsprechend zur Einsicht gekommen, unseren Protagonisten zuvor wohl doch allzu sehr übervorteilt zu haben, denke man an den im ersten Berichtsteil beschriebenen Sieg in Runde drei.

Unser konzentrierter Protagonist im Deizisauer Spielsaal

 

Wie auch immer; für die angestandene Schlussrunde galt es natürlich nochmals, den vorigen Verlust abzuhaken und nochmals die verbliebenen Kopfkräfte zu bündeln. Zwar stand da nun von der Papierform her kein ganz so Furcht einflößender Gegner wie zuvor an, aber einer, der es zuletzt doch immerhin tatsächlich geschafft hatte, im Ligabetrieb den Ebersbacher Spitzenspieler zur Strecke zu bringen, musste entsprechend natürlich dennoch  äußerst ernst genommen werden. (:-/)

Nun zum Abschluss mit Schwarz spielend ließ sich Nils auch diesmal auf eine scharfe Spielweise ein, die zwischenzeitlich nur einen Schwebebalken-breiten Weg zuließ, um nicht frühzeitig abzustürzen … https://share.chessbase.com/SharedGames/share/?p=lXIHcJL6jNGDaBFxxVxyalVYeTZsp6hv3tvmgDtecaG0uff9Vjjpw3KAt5zwcHTh

Auch wenn die zuvor anschaubare Schlusstellung mehr oder weniger deutlichen Ebersbacher Vorteil ausweist, darf man freilich in der letzten Runde eines Turnier befindlich bei zuvor zumeist zwei vielstündigen Partien pro Tag da die entsprechende speziellere psychische Verfassung der unmittelbar Beteiligten nicht unberücksichtigt lassen mit allem, was da an Emotionen, Stimmungen und Anspannung mitschwingt bei der Gesamtbewertung der Geschehnisse.

Was auch immer man nun von der vereinbarten Punkteteilung da in der Schlussrunde halten möchte; Tatsache ist jedenfalls, dass mit 5 Punkten aus sieben Partien unserem Teilnehmer Nils Wurmbauer ein klasse und sehr bemerkswertes Ergebnis gelungen ist, das man vorab sicherlich mit Freuden unterschrieben hätte, wäre es von Schachgöttin ‚Caissa‘ als Vertrag schriftlich vorgelegt worden! Dazu noch wird Nils mit einer Turnierleistung von 2324 Elo bzw. auf FM-Niveau als Lohn einen kräftigen Ratingzuwachs mit aus dem Turnier mitnehmen dürfen.

Was er dann mit dem Schlussrundenremis so nun aber nicht mehr in Anspruch nehmen durfte (darüber darf sich der Protagonist dann entsprechend auch nicht beklagen), war zum einen noch ein wenig Preisgeld (das letzte davon kriegte der unmittelbar vor ihm Platzierte) sowie zum zweiten entsprechend dann auch ein namentlicher Aufruf auf die Bühne, denn der war insbesondere diesen sieben Geldpreisgewinnern vorbehalten.

Am Ende war es also Gesamtrang 8 und somit eine Platzierung noch einige Plätze vor Nils´ Vorabeinstufung! Die Vereinskameraden sind von dieser Leistung jedenfalls deutlich beeindruckt und angetan (hier darf der Berichterstatter sicherlich für alle sprechen)!

Ganz zu Ende sollte aber wohl auch nicht unerwähnt bleiben, dass das Turnier tatsächlich einen völligen (weiteren) Überraschungsmann („Mann“ ist da an sich wohl nicht ganz zutreffend bei Jahrgang`11!(!!)) zum Sensationssieger hat (der war im Vorjahr bei der U14-Meisterschaft am Ende deutlich in der zweiten Teilnehmerhälfte platziert gewesen!), der in der Startrangliste gerade mal Platz 32 eingenommen hatte und Julius Lücke (von den ausrichtenden SF Deizisau) heißt! Was für eine kaum zu glaubende Überraschung!

Das Gesamtergebnis: https://s3.chess-results.com/tnr1525564.aspx?lan=1&art=1&turdet=YES&SNode=S0

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