Intensives Duell mit schlechtem Ende für den SVE

Oberliga 2026/27   Runde 2:
SVE   –   TG Biberach   3,5:4,5

In den 2010er-Jahren fast schon ein Traditionsduell, kreuzte man mit den Gästen aus Oberschwaben mal wieder die Klingen, nachdem sich die Wege zwischenzeitlich getrennt hatten. Die Gäste waren als Absteiger der Vorsaison sicherlich favorisiert, doch mit etwas mehr Fortune hätte der Kampf vielleicht auch anders ausgehen können.

Dabei ging es an allen Brettern intensiv zu, denn es dauerte ziemlich lange bis zur ersten Entscheidung – diese fiel allerdings eindeutig aus, denn Nils Wurmbauer (4) konnte seine wirklich gründliche Vorbereitung nahezu ungehindert präsentieren, überrannte die schwarze Stellung und ließ dem Gegner praktisch keine Chance. Dietmar Kessler (3) kam mit den schwarzen Steinen ohne jedes Problem aus der Eröffnung und hatte stets eine leichte Initiative. Ob diese für den Sieg bei normalem Verlauf ausgereicht hätte, steht auf einem anderen Papier, denn freundlicherweise erleichterte ihm der Gegner seine Aufgabe ganz erheblich:

Weiß muss achtgeben, aber signifikant schlechter steht er mit Sicherheit noch nicht, wenn er hier das Bauernopfer 31. Sc6-e5! findet, zum Beispiel: 31… Sg4xe5 32. d4xe5 Dd6xe5 33. Se2-d4! mit verteilten Chancen. Mit diesem Manöver hätte Weiß um den Preis eines Bauern sein Figurenspiel belebt und gleichzeitig den gegnerischen Angriff durch Abtauschaktionen in seiner Wirkung abgeschwächt. Stattdessen verfiel er auf die Idee 31. Lg2-h3? und musste nach 31… Sg4xh2! 32. Lh3xd7 (nicht besser war 32. Kg1xh2 Ld7xh3! 33. Kh2xh3 Tf8-f2 mit raschem Matt) 32… Sh2-f3+ bald die Segel streichen.

Besonders ärgerlich war die absolut unnötige Niederlage von Michael Mehrer (7), der seinem Gegner Material abknöpfte, in Gewinnstellung aber leider komplett den Faden verlor und tatsächlich noch unterlag. Werner Junger (6) stand lange Zeit optisch attraktiv und hätte nach Ansicht des Berichterstatters mehr aus seiner Stellung im Mittelspiel machen können. Mit unerwarteten Zügen stiftete sein Kontrahent jedoch einige Konfusion und fand so wieder zurück in die Partie, die nach weiteren Abenteuern letztlich remis endete. Am Spitzenbrett kam es zu einem Angriff an entgegengesetzten Flügeln, wobei Michael Rupp (1) bei akkuratem Spiel wohl mehrmals die bessere Stellung hätte erlangen können. Dies blieb leider aus, und so übernahm sein Kontrahent dank der größeren Umsicht letztlich die Initiative und baute diese zu einem Sieg aus. Die laufenden drei Partien mussten also beim Stande von 2,5:2,5 die Entscheidung bringen. Bernd Grill (2) spielte die Eröffnung ungewohnt oberflächlich und geriet schon bald in Schwierigkeiten. Wenigstens bewies er genug Findigkeit, um den Gegner in eine Falle zu locken, die diesen fast die Partie gekostet hätte. Letzterer bewahrte jedoch die Umsicht und fand die einzige spielbare Fortsetzung, wonach die Partie zum Schluss in eine Punkteteilung austrudelte – glücklicherweise entging dabei dem Gegner, dass eine bestimmte Fortsetzung immer noch Gewinnchancen versprochen hätte. Hartmut Hehn (5) focht mit seiner jungen Gegnerin ein spannendes Duell aus, in dem er trotz Minusbauer in einem Turmendspiel immer genügend Aktivität für dynamischen Ausgleich vorweisen konnte und das folgerichtig remis endete. In der letzten Partie des Tages von Uli Junger (8) erwies sich dagegen ein Turmendspiel mit Minusbauer leider als nicht haltbar, so dass dieser Kampf mit dem knappsten aller Ergebnisse verloren ging.

Hier das Endergebnis in der Gesamtübersicht:

Brett SV Ebersbach 1 TG Biberach 1 Brettpunkte
1 Rupp, Michael 2204 Weiß, Oliver 2226 0:1
2 Grill, Bernd 2161 Wunder, Niklas 2115 ½:½
3 Kessler, Dietmar 2198 Oberst, Thomas 2144 1:0
4 Wurmbauer, Nils 2105 Schulze, Andreas 2084 1:0
5 Hehn, Hartmut 1997 Bursan, Ana-Maria 1907 ½:½
6 Junger, Werner 2107 Dr. Merk, Tobias 2051 ½:½
7 Mehrer, Michael 2061 Störkle, Timo 1968 0:1
8 Junger, Ulrich 2004 Namyslo, Holger 2105 0:1
Gesamtergebnis 3,5:4,5

Zumindest war die gezeigte Leistung sehr viel besser als beim Auftakt in Tübingen, doch leider sollte es dennoch nicht für etwas Zählbares reichen. Nach dieser Niederlage reiht sich der SVE erstmal zusammen mit drei weiteren punktlosen Teams am Tabellenende ein. Im nächsten Heimspiel am 15. November ist der Topfavorit aus Schwäbisch Hall zu Gast, der völlig überraschend gegen die Zweite des SK Bebenhausen unterlag und daher wohl kaum willens ist, weitere Punkte abzugeben. Eine schwere Aufgabe erwartet uns dann mit Sicherheit.

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