Kreisklasse Esslingen/Göppingen 2025/26 Runde 7:
SV Ebersbach 2 – SV Dicker Turm Esslingen 2 4,5:3,5
Kurz vor Ostern gab es noch einmal die Gelegenheit, nach der letzten kampflosen Runde konventionell zu punkten. Ohne den bisher ungeschlagenen Jan Hoyler am ersten Brett war das eine größere Herausforderung, am Ende reichte es jedoch ganz genau.

Markus Weber (7) kam schnell zur Sache. Mit Turm und schwarzfeldrigem Läufer auf beiden Seiten, aber einem schmerzhaften Doppelbauern nur auf seiner Seite hatte Markus einen strukturellen Nachteil, konnte die Bauern aber so blockieren, dass es keinen Unterschied mehr machte – die Stellung war zu einem Unentschieden festgelegt.
Martin Koser (8) konnte einen Bauern gewinnen, allerdings gerieten sowohl er als auch sein Gegner noch vor dem 40. Zug unter großen Zeitdruck. Letztendlich hielten es beide jeweils für sich selbst zu riskant, weiterzuspielen, und einigten sich auf ein Remis.
Uwe Bucher (1) hatte mit ordentlich Raum und aktiven Figuren eine gute Stellung und eventuell sogar leichten Vorteil. Im Mittelspiel kam es dann zu einer taktisch unübersichtlichen Situation, in der er einen Zug zu wenig gerechnet hatte und in eine Gabel mit Turmverlust geriet, die ihn die Partie kostete.

Ein Isolani genügt – für Hans Leutz (5) sicherlich, der ebenjenen isolierten Bauern seines Kontrahenten ins Kreuzfeuer nahm und erobern konnte. Sein konsistentes Spiel auf die gegnerischen Schwächen, ohne eigene zu entblößen, setze sich auch bis zum Endspiel fort und wurde in einen verdienten Sieg umgemünzt.

Manuel Zöller (4) sah sich ungefähr zu diesem Zeitpunkt mit einem Remisangebot seines Gegners konfrontiert. Zwar hatte er einen massiven Zeitvorteil, doch zunehmend wurde klar, wie schlecht er eigentlich stand. Nach dritter Wiederholung des Angebots nahm er es schließlich an.

Zudem hatte er im Blick, dass es auf den übrigen Brettern zu dieser Zeit sehr gut aussah. Nikola Karacic (6) hatte dominante Figurenaktivität vorzuweisen und ein Durchbruch am Königsflügel lag in der Luft. Die Stellung wurde jedoch äußerst zweischneidig, als er den Zusammenbruch seines Damenflügels zuließ und mit gegnerischem Freibauern und randalierender Dame plötzlich selbst das Messer an der Kehle spürte. Sein Mattangriff hätte beinahe dennoch Früchte getragen, hätte nicht der beste Verteidigungszug dies verhindert. Gegen eine umgewandelte zweite Dame musste er sich geschlagen geben.
Bei Theodor Häberle (3) konnte sich das Blatt auf diese Weise nicht mehr wenden. Der Gewinn eines strukturell bedeutsamen Bauern verlieh seinen Figuren unaufhaltsame Aktivität. Bald darauf folgte ein Qualitätsgewinn und nach vielem Abtauschen zum krönenden Abschluss die Rückgabe der Qualität, um verbundene Freibauern zu schaffen, die nicht mehr aufzuhalten waren.

Nun war der Punktestand komplett ausgeglichen und es sollte entscheidend sein, ob Klaus Höflinger (2) seine äußert vorteilhafte Stellung verwerten kann. Jeglichen Verteidigungsversuchen zum Trotz gelang ihm ebendies. Eine umgekehrte Aljechin-Kanone unterstützt durch einen Läufer erzwangen den Durchbruch, während die gegnerischen Streitkräfte fast völlig bewegungsunfähig waren – auch dank eines unterentwickelten Damenflügels, der fast bis zum Schluss so blieb.
Sowohl Aufstieg als auch Abstieg sind rechnerisch nicht mehr möglich. Für einen schönen Abschluss der Saison kann sich die Ebersbacher Zweite aber noch im oberen Drittel der Tabelle festsetzen. Weiter geht es auswärts gegen den SF Plochingen am 26.04.